Heyho,
ich kann nicht glauben, dass wir schon 6 Monate untwegs sind.
Resumee: Die beste Entscheidung, kann ich nur empfehlen!
Noch immer fasziniert von diesem riesigen und vielfaeltigen Land und dem festen Vorsatz nochmal her zu kommen um mehr zu erkunden, machen wir uns nun langsam gen Westen auf. ANNA wir kommen!
Die letzten Wochen haben wir Chinas Sueden und Westen erkundet. Vieles ist so normal geworden, auch wenn ich nicht aussehe wie sie und noch immer nicht um mich spucke passe ich mich erstaunlich bzw. erschreckend gut an... Ich bin ein echter Meister des Staebchen essens geworden und wenn ich daran denke dass mir Anfangs jedesmal der Angstschweiss den Ruecken runter lief wenn es Erdnuesse als Vorspeise gab, und man die na klar mit Staebchen isst (und ALLE Kellner des Restaurants im Kreis um uns standen), dann kann ich nur noch grinsen.
Ich bin auch super im Drengeln, Anstarren und kann ueberall schlafen. In China ist es normal fuer alles anzustehen und dabei ueberall geschupst zu werden... als wir neulich wieder ein Zugticket brauchten, sind wir einfach an der Schlange vorbei gegangen und haben uns vor die ersten Leute an den Schalter gedrengelt, haben bestellt, gezahlt und sind wieder gegangen - sehr effizient! Da hatten sie endlich mal einen Grund uns doof anzugucken :) Alle sagen man soll sich anpassen, also kann man das fuers dreist sein auch mal uebernehmen, gell? Tim meint die Leute sagen nix, weil sie sonst ihr Gesicht verlieren. Wuerden sie also was sagen, wir aber nicht reagieren, oder wohlmoeglich als Auslaender in patzigem Chinesich zurueckbratzen, dann wuerden sie vor allen Anderen ihr Gesicht verlieren. Die Sache mit dem Loss of Face ist sowieso ueberall praesent... naja jedenfalls haben wir das diesmal fuer uns genutzt :)
Wusstest Du, dass man in China kaum Reis ist? Man muss den immer extra bestellen, denn sich mit Reis satt essen ist was fuer Arme.
Aufgrund unseres Visums mussten wir ja einmal ausreisen bevor unsere Reise nach Guillin in China weiterging. In Guillin haben wir uns mit Miri und Falco getroffen und endlich nach so viel Stadt mehr von der wunderbaren Natur Chinas erleben koennen. Um Guillin gibt es wunderbare gugelhupfartige Berge und man kann auf dem Fluss langshippern, Radfahren und sogar im Fluss baden! Auch wenn ich mich wieder um Karaoke gedrueckt habe, oder gerade deswegen :) hatten wir eine super Zeit.

Nach Guiilin haben wir uns mit dem Zug (25 Stunden) Richtung Berge und Nordsichuan aufgemacht. So eine Fahrt kostet hier nur 30 Euro, und der gesamte Wagon besteht aus Bunks, also Hochbetten (je 3 uebereinader) und Pappmaschewaenden, na und so juckelt man durchs Land. Die Betten sind zwar nicht super kuschelig aber auch nicht hart, warum das also Hardsleeper heisst weiss ich auch nicht so genau. Wir haben bisher immer die obersten Betten genommen, weil unsere langen Beine da besser in den Gang ragen koennen, ohne dass staendig einer dagegen laueft und irgendwie ists netter als wenn staendig andere Leute ueber Dein Bett turnen..
Von Regenfaellen und Erdbeben haben wir NIX mitbekommen.
Von Chengdu haben wir uns dann den naechsten Bus nach Songpan geschnappt und haben von dem tibetischen Ort aus ne Reittour in die Berge unternommen. Nach Stadt, Shoppen und all diesen Maerkten, Sights und so hatten wir nur noch Lust auf Natur. Nach 6 Monaten Reitentzug kam mir das gerade gelegen! So haben wir also 5 tage auf dem Ruecken kleiner, flinker, sehr robuster und chinesischer Pferde verbracht, die Natur genossen, ueber dem Feuer gekocht und in Zelten geschlafen. Am zweiten Tag gings schon auf ueber 3600m und ich lag leider mit dieser Hoehenkrankheit flach, so dass ich einen Tag Pause machen musste. Dafuer war Tim am Fusse des Icemountain und hat diese wunderbaren Berge gesehen. GRRR wenigstens konnte er danach kaum mehr laufen :)

Zu jedem Pferd gehoerte ein Guide, der sich um alles gekuemmert hat. Meiner hiess PingPing und war ein super suesser chinesicher Papa, der sich ruehrend um mich und meine Kopfweh gekuemmert hat, wundebar kocht und mich mit chinesischer Medizin vertraut gemacht hat. Die Pferde rennen frei durch die Berge und werden Abends aus Baskettballbaellen mit Bohnen gefuettert. Echt Irre!
Guckt es Euch einfach auf den anderen Bildern an!
Bevor wir nach Macao sind waren wir noch auf der Suche nach den Lumschen Wurzeln in China, haben alte Haeuser gefunden die noch im Familienbesitz sind und mit zahnlosen 90jaehrigen Omas geschnackt... Dazu bald mal mehr.
Jetzt freue ich mich auf Ammiland und Equador! Langsam wirds auch Zeit mal wieder ein paar von Euch in die Arme zu nehmen! Micki Dir wuensche ich einen guten Start!
Umarme Euch, wo ihr auch seid und Mellimaus ich bin ober stolz auf Dich!
Wiebi und Tim